... niemand! Ich predige es ja immer, dass BewerberInnen, die zur Zeit keine Arbeit haben, nichts zu verlieren haben - das muss einem schon mal klar sein. Die können machen, was sie wollen. Können auch Unternehmen, bei denen sie sich beworben haben, nerven. Können auch von Tür zu Tür gehen und versuchen, den Chef zu erwischen. Wenns bei genau einer Stelle klappt, dann haben sie schon gewonnen und nichts verloren!
Da ist mir heute ein Fall zu Ohren gekommen, da wurde jemand abgelehnt mit der offiziellen Begründung, man würde ihm nicht zutrauen, sich innerhalb kurzer Zeit in die Software einzuarbeiten, was Voraussetzung für eine erfolgreiche Tätigkeit in dem Unternehmen ist. Hmm. Wird schon stimmen. Was macht der Bewerber, der große Lust hat, bei dem Unternehmen zu arbeiten? Er bietet an, sich auf eigene Kosten bis zum Ende des Jahres in die Software einzuarbeiten und damit das Argument vom Tisch zu wischen. Das kostet den einen hohen 4-stelligen Euro-Betrag. Er wird das machen unter der Voraussetzung, dass er dann einen Arbeitsvertrag zum neuen Jahr bekommt. Der Knabe kommt aus dem Vertrieb und für ihn ist ein Projekt erst dann verloren, wenn nichts, aber auch überhauptnichts mehr geht. Und das probiert er hier aus. Ich finde es gut.
Da bin ich aber mal gespannt, wie das Unternehmen auf diesen Vorschlag reagiert. Zwickmühle. Wenn es stimmt, dass genau das das Argument war, sich gegen den Kandidaten zu entscheiden, dann müsste das Unternehmen eigentlich sagen: Na klasse, den nehmen wir. Hammwer mal wieder ne Stange Geld gespart. Wenn das Argument allerdings nur vorgeschoben war, dann wirds schwierig, das Gesicht zu wahren. Mal sehen. Werde berichten.
Hach, das Leben als Menschenhändler ist schon aufregend.